Auto Kristallisation

Aus Museum für Auto-Kolonialisierung
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Abteilung für Auto_Kristallisation

Der Begriff Kristall stammt von dem griechischen Wort κρύσταλλος (krýstallos, zu κρύος krýos „Eiseskälte, Frost, Eis“). Es bedeutet zunächst, bei Homer, „Eis“ – später dann auch alles dem Eis Ähnliche, Helle und Durchsichtige. Insbesondere der Bergkristall, aber auch farbige Edelsteine und Glas werden so genannt (z. B. bei Strabon und Claudius Aelianus)[1]. Bei dem bereits im antiken Griechenland betriebenen Bergbau wurden wahrscheinlich Quarz-Kristalle entdeckt. Sie wurden für Eis gehalten, das bei so tiefen Temperaturen entstanden sein müsse, dass es nicht mehr schmelzen könne. Diese Ansicht war bis ins frühe Mittelalter verbreitet.

Erste Ansätze einer systematischen Erfassung von Mineralien finden sich bei Theophrastos von Eresos (371-287 v. Chr.) und speziell der Kristalle im Werk Naturalis historia von Plinius dem Älteren (26–79 n. Chr.), der beispielsweise den oktaedrischen Kristallhabitus und die extreme Härte von Diamanten beschreibt. In seinem 1546 erschienenen Buch De natura fossilium teilt Georgius Agricola Minerale nach ihren physikalischen Eigenschaften ein und kommentiert deren geometrische Formen. Johannes Kepler gelangte bei seiner Analyse des Aufbaus der sechseckigen Schneeflocken in seiner Schrift Strena seu de nive sexangula 1611 zur sogenannten Keplerschen Vermutung, die bestmögliche Kugelpackungen beinhaltet.

Die Kristallmorphologie ist ein Begriff aus der Kristallografie und der Mineralogie und beschreibt die Form eines Kristalls, der aus geometrisch bestimmten Flächen, Kanten und Ecken besteht. Zwei aneinander stoßende Kristallflächen bilden dabei eine Kristallkante und mindestens drei Kanten bilden eine Kristallecke. Je nach Kristallsystem und Kristallklasse schließen die Kanten dabei bestimmte, für die betreffende Kristallklasse charakteristische Winkel ein.

Die Kristallflächen bilden die äußere Begrenzung des Kristallkörpers und liegen parallel zu den Gitterbeziehungsweise Netzebenen der dem Kristall innewohnenden Kristallstruktur, die wiederum von seiner chemischen Zusammensetzung abhängt. Durch Symmetrieoperationen ineinander überführbare kristallographische Flächen heißen Form, als Form (seltener Kristallform oder Flächenform; engl. form, crystal form, face form, frz. forme[a b IUCr Online Dictionary of Crystallographie: Form.]) bezeichnet man die Gesamtheit aller zueinander symmetrieäquivalenten Kristallflächen. Eine Kristallform wird mit dem Symbol {hkl}, also den millerschen Indizes (hkl) einer der Flächen in geschweiften Klammern, bezeichnet. Man beachte, dass sich die kristallografische Bedeutung des Begriffs Kristallform deutlich von der umgangssprachlichen Bedeu- tung unterscheidet: die „Form“ eines Kristalls im umgangssprachlichen Sinn wird eher durch die Begriffe Tracht und Habitus beschrieben. Ein einzelner Kristall hat genau eine Tracht und einen Habitus, aber in der Regel mehrere (kristallografische) Formen.

Bei Kristallen, die ihre Eigengestalt aufgrund der genannten Störungen nur teilweise entwickeln konnten, spricht man von hypidiomorphen Kristallen. Wird ein Kristall während des Wachstums so sehr gestört, dass er seine Eigengestalt gar nicht entwickeln konnte, spricht man von xenomorphen Kristallen.

Die weltweit größten Kristalle wurden in der Mine von Naica entdeckt. Sie bestehen aus der Gipsart Marienglas, sind bis 14 m lang und wiegen bis zu 50 Tonnen. Man beachte die Person für den Größenvergleich. [2]

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache. 3. Aufl., Braunschweig 1914.
  2. GEO Magazin Nr. 05/08. Höhlenforschung: In der Kammer der Kristallriesen.